1.03.2007 - Die Ruhe vor dem Sturm...
Die
Vögel zwitschern, dann und wann treffen einige Sonnenstrahlen
auf mein Gesicht. Ich spüre den Wechsel von Wärme und
Frische wie angenehme, Energie spendende Wellen, die am Strand leicht
aufbrauschen, wie zurückgehen und darauf warten wieder einen
neuen Schwung belebender Kraft zu bringen. Ich atme tief ein. Die
frische Luft erquickt meinen Geist und spendet eine weitere
energiereiche Welle. In meinem Haar spüre ich den Wind. Wie eine
zärtliche Hand steift er sampft hindurch. Gleichzeitig fegt er
durch einige Baumkronen und lässt die Blätter zu einem
entspannenden Rauschen schwingen. Ruhe. Ein wenig Wind. Aber genau
diese Ruhe ist es, die mir solche sorgen macht. Denn wie ein dumpfer
Schlag durchzieht ein ungutes Gefühl meinen Bauch. Die
aufbauende Kraft dieser Ruhe wird von der erdrückenden
Gewissheit, die wie Steine im Magen liegt, zu Nichte gemacht, dass
diese Ruhe die Ruhe vor dem Sturm ist!
Der
Wind des Lebens, der jetzt noch so erfrischend wirkt, braust sich zu
einem tosenden Sturm auf, der einem ins Gesicht schlägt und zu
Boden reißt.
Es
gibt Dinge im Leben, von denen man hofft, dass sie nie eintreten,
aber dennoch weiß, dass sie, egal was passiert, irgendwann
eintreten werden. Man wird sich ihnen gegenüberstellen müssen.
Ach wenn man so tut als würde man sie nicht sehen muss man ihnen
irgendwann mitten in die Augen sehen und hat dann keine Chance mehr
weg zu schauen. Das Leben ist wie ein Fluss, dessen Strom
unaufhörlich voran geht. Im Gegensatz zum Gesellschaftsstrom,
der sich oft mit dem Strom des Lebens kreuzt, manchmal mit ihm geht
und ihn häufig bremst, bringt es hier nichts ihm entgegen zu
schwimmen. Man muss mit ihm gehen. Wenn stehen bleibt wird man früher
oder später mitgerissen und hat dann wo möglich die größten
Schwierigkeiten den Kopf aus dem Wasser zu halten. Es bringt nichts:
man muss so oder so mit ihm schwimmen und er treibt einen
unausweichlich gegen Hindernisse, die einen kurze, manchmal auch
längere Zeit, untergehen lassen. Einige Leute im Strom drücken
sogar noch nach.
Aber
genau in diesem Momenten kommen dann die Menschen im Leben, die einem
helfen den Kopf hoch zu halten, die einem helfen wieder Atmen zu
können oder die gemeinsam mit einem gegen ein Hindernis prallen
um gegenseitigen Auftrieb zu verschaffen.
Und
genau diese Dinge, diese Menschen, die wirklich von Bedeutung sind
sieben sich durch den leichten Wind und durch diese Ruhe aus dem Sand
der Massen heraus. Man bekommt einen Blick für Momente, die
wirklich bedeutsam sind.
Denn
meistens ist es nicht der Sturm, an dem man sich erinnert, sondern
die Leute mit denen man ihn überstanden hat. Der Sturm geht,
doch diese Menschen bleiben. Und wenn die ersten Sonnenstrahlen
wieder durch dichte Wolken drängen und den grauen Himmel
zerschneiden sind sie da um mit einem die Ruhe zu teilen und dem
nächsten Sturm zu trotzen.
Soviel
zum Thema, dass ich morgen Klausur schreibe...
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